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Frauen-Beauftragte in Einrichtungen der Behinderten-Hilfe in Bayern

Ein Projekt der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. in Kooperation mit den Netzwerkfrauen Bayern

Projekthintergrund 

Um Mehrfachdiskriminierungen von Frauen mit Behinderung entgegenzuwirken, rief das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Integration mit dem Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK in Bayern das Projekt  „Frauen-Beauftragte in Einrichtungen der Behinderten-Hilfe“ ins Leben (vgl. Schwerpunkte der bayerischen Politik für Menschen mit Behinderung im Lichte der UN-Behindertenrechtskonvention, Abschnitt 3.6.).

Projektanlass sind verschiedene frauenspezifische Benachteiligungen, die Frauen mit Behinderung auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe erleben. Beispielsweise durch die auf Männer ausgerichtete Angebotsstruktur, die Gefahr körperlicher und sexueller Gewalt oder durch ungleiche (Werkstatt-)Löhne.

Frauenbeauftragte als Ansprechpartnerinnen auf Augenhöhe 

Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe sind Ansprechpartnerinnen für alle frauenspezifischen Belange, die vor Ort in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und Wohnheimen zur Verfügung stehen. Das besondere an dem empowermentbasierten Ansatz ist, dass es sich bei den Beauftragten selbst um Frauen mit Behinderung handelt. Dies ermöglicht einen Zugang auf Augenhöhe und bringt die eigenen Erfahrungen nach dem Grundgedanken des Peer Counselings als Kompetenz in die entstehenden Beratungssituationen ein. 

Das Projekt knüpft an die Erfahrungen des Modellprojekts „Frauen-Beauftragte in Einrichtungen“ an, das im Zeitraum 2008 bis 2011 durch Weibernetz e.V. in Kooperation mit Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e.V. durchgeführt worden war. Die Projektergebnisse zeigten, dass Frauen mit Lernschwierigkeiten (geistiger Behinderung) Die Bezeichnung „Lernschwierigkeiten“ richtet sich nach
der Forderung von „Mensch zuerst – Netzwerk People
First Deutschland e.V.“. Die bundesweite Interessens-
vertretung von und für Menschen mit Lernschwierig-
keiten fordert, den Begriff „geistig behindert“ durch
„Menschen mit Lernschwierigkeiten“ zu ersetzen.
erfolgreich als Frauenbeauftragte arbeiten, wenn sie auf ihre Aufgaben gut vorbereitet werden und von ihrer Einrichtung strukturelle und personelle Unterstützung erfahren. Dieser erfolgreiche Ansatz soll nun in Bayern etabliert werden. 

Trainerinnen für Frauenbeauftragte in Bayern 

Seit Ende 2013 führt Weibernetz e.V. in Kooperation mit Mensch zuerst –  Netzwerk People First Deutschland e.V. das Projekt „Frauenbeauftragte in Einrichtungen: Eine Idee macht Schule“ durch. In diesem Folgeprojekt werden Trainerinnen aus verschiedenen Bundesländern dazu ausgebildet, die Schulung der Frauenbeauftragten in Einrichtungen der Behindertenhilfe in den jeweiligen Ländern zu übernehmen. Für Bayern nimmt das Projektteam mit vier Trainerinnen an der Ausbildung teil. Im Sinne der empowermentbasierten Grundhaltung der Projekte sind zwei Trainerinnen selbst Frauen mit Lernschwierigkeiten (geistiger Behinderung). Diese sind direkt an den Schulungen der künftigen Frauenbeauftragten beteiligt und nehmen für diese eine Vorbildfunktion ein. 

Schulung der Frauenbeauftragten in Bayern ab 2015 

In einem ersten Schulungsdurchlauf werden ab März 2015 bis zu zehn Frauen mit Lernschwierigkeiten (geistiger Behinderung) aus WfbM und Wohnheimen in sieben Schulungsblöcken als Frauenbeauftragte ausgebildet. Die Schulungen umfassen verschiedene Module. Die Modulinhalte reichen von den Aufgaben und der Rolle als Frauenbeauftragte, über rechtliche Gleichstellungsfragen bis hin zu möglichen Anlaufstellen und der Intervention bei (sexueller) Gewalt. Externe Referentinnen stellen dabei die Expertise der verschiedenen Themen sicher. Alle Schulungsinhalte werden den Frauen auf Arbeitsblättern in Leichter Sprache zur Verfügung gestellt. Die anfallenden Schulungs-, Fahrt- und Übernachtungskosten werden durch Projektmittel finanziert, so dass für die Teilnehmerinnen keine weiteren Kosten anfallen. Ab März 2016 wird ein zweiter Schulungsdurchlauf zur Ausbildung von wiederum bis zu zehn Frauenbeauftragten folgen.

Schulung von Unterstützerinnen der Frauenbeauftragten 

Durch die Projektmitarbeiterinnen werden die Frauenbeauftragten bei ihrer Tätigkeitsaufnahme entsprechend begleitet. Um den Frauenbeauftragten eine erfolgreiche Arbeit in ihren Einrichtungen zu ermöglichen, sollen ihnen ergänzend Unterstützerinnen zur Seite gestellt werden. Unterstützerinnen können geeignete Pädagoginnen aus den Einrichtungen oder externe Kräfte sein. Als Vorbereitung auf ihre Tätigkeit sind für die Unterstützerinnen jeweils spezielle Schulungstermine vorgesehen. Die erste, eintägige Schulung findet zeitgleich mit dem regulären Schulungs-Termin 1: „Wir werden Frauen-Beauftragte“ statt.“

Auch für die Unterstützerinnen werden die anfallenden Fahrt- und Schulungskosten durch Projektmittel übernommen. Zusätzlich erhalten die teilnehmenden Einrichtungen eine kleine Aufwandsentschädigung. 

Weiterentwicklung der Schulungsunterlagen für Frauen mit Körperbehinderung 

In dem durchgeführten Modellprojekt von Weibernetz e.V. wurden Schulungsmodule in Leichter Sprache mit der Zielgruppe der Frauen mit Lernschwierigkeiten entwickelt. Für das Projekt in Bayern wird nun angestrebt, die Schulungen für die Personengruppe der Frauen mit Mobilitätseinschränkungen fortzuschreiben. In dem zweiten Durchlauf sollen ab 2016 ergänzend zu den Frauen mit Lernschwierigkeiten (geistiger Behinderung) in einem integrierten Schulungskurs auch Frauen mit primär körperlicher Behinderung als Frauenbeauftragte geschult werden. 

Bei Fragen zum Projekt gibt Ihnen das Projektteam gerne Auskunft. 

Ansprechpartnerinnen

Projektleitung

Ute Strittmatter

Tel.: 089 / 459924 - 27

E-Mail: info@netzwerkfrauen-bayern.de

Projektkoordinatorin

Dunja Robin

Tel.: 089 / 459924 - 24

E-Mail: robin@frauen-beauftragte-bayern.de

Pädagogische Mitarbeiterin 

Ümmahan Gräsle

Tel.: 089 / 459924 - 20

E-Mail: info@frauen-beauftragte-bayern.de

Frauen-Beauftragte in Einrichtungen der Behinderten-Hilfe in Bayern

Laufzeit:  01.01.2014 – 31.12.2016

Trägerschaft:  LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. in Kooperation mit den Netzwerkfrauen Bayern


Die Landesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen in Bayern e.V.  (LAG SELBSTHILFE Bayern e.V.) ist die Dachorganisation von Behindertenselbsthilfeverbänden in Bayern. Mit 105 landesweit tätigen Verbänden ist sie die Spitzenorganisation der Selbsthilfe behinderter und chronisch kranker Menschen. 

Das Netzwerk von und für Frauen und Mädchen mit Behinderung in Bayern (Netzwerkfrauen Bayern) ist ein Zusammenschluss von Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen. Primäres Ziel des Netzwerkes ist es, gesellschaftliche und individuelle Voraussetzungen zu schaffen, damit Frauen und Mädchen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen ein selbstbestimmtes Leben führen können.